Frauen oftmals starker beeinträchtigt

Eine aktuelle Studie französischer Rheumatologen um Anne Tournadre, Clermont-Ferrand, lässt darauf schließen, dass Frauen im Vergleich zu Männern insgesamt stärker und vor allem anders von einer frühen axialen Spondyloarthritis (axSpA) betroffen sind.

In die prospektive, multizentrische DESIR-Kohorte wurden 475 Patienten mit entzündlichen Rückenschmerzen und Verdacht auf eine frühe axSpA eingeschlossen, die zugleich die ASAS-Klassifikationskriterien für axSpA erfüllten. Untersucht wurden mittels uni- und multivariater Analysen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowohl hinsichtlich der klinischen als auch Bildgebungs-Parameter der ASAS-Kriterien.

Beim Vergleich der 239 Männer und 236 Frauen zeigte sich für Frauen eine höhere Krankheitsaktivität im BASDAI-, nicht jedoch ASDAS-CRP, höhere Fatigue- sowie Funktionsscores trotz geringerer Sakroiliitis im Röntgenbild und weniger Entzündung von Sakroiliakalgelenk und Wirbelsäule im MRT. Im Gegensatz zu den mit dem „klinischen“ ASAS-Arm klassifizierten Patienten ergaben sich für die Krankheitsaktivität und körperliche Funktion keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Patienten mit Sakroiliitis in der Bildgebung, mit Ausnahme der Fatigue und des AS-QoL. Frauen mit Sakroiliitis hatten öfter eine periphere Beteiligung und familiäre Vorgeschichte, während HLA-B27-Positivität, erhöhtes CRP und eine Entzündung der Wirbelsäule im MRT mit dem männlichen Geschlecht assoziiert waren. Den Autoren zufolge hatten somit Frauen mit früher axialer SpA nach den ASAS-Kriterien eine höhere Krankheitsaktivität im BASDAI und schlechtere körperliche Funktion, obwohl sie verglichen mit Männern weniger radiologische Abnormitäten aufwiesen. Die unterschiedlichen Krankheitsmanifestationen könnten zur Sicherung einer SpA-Diagnose sowie zur Erfassung der Krankheitsaktivität bei Frauen beitragen. Zudem scheint der „bildgebende“ Arm ein zentraler Bestandteil der ASAS-Kriterien zu sein.                                            

Quelle: Arthritis Care Res 2013; doi: 10.1002/acr.22001