Erneut Nachweis für höheres Mortalitätsrisiko

Bereits aus früheren Studien bekannt ist das mit Gicht aufgrund vermehrter kardiovaskulärer Ereignisse einhergehende erhöhte Mortalitätsrisiko. Spanische Rheumatologen um Fernando Perez-Ruiz, Bilbao, untersuchten nun, inwieweit das Sterberisiko bei Gichtpatienten durch den Schweregrad der Erkrankung beeinflusst wird.

 

Basierend auf prospektiv zwischen 1992 und 2008 erfassten Daten zur Krankheitsschwere und Mortalität in einer Kohorte von 706 Patienten mit Gicht wurde die standardisierte Mortalitätsratio (SMR) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung berechnet. Das mittlere Follow-up betrug 47 Monate. Tophi zeigten sich bei 30,5 % der Patienten, in 34,6 % der Fälle waren mehr als vier Gelenke betroffen. Im Durchschnitt wurden pro Jahr 3,4 Schübe bezeichnet. Häufige Komorbiditäten waren arterielle Hypertonie (41,2 %), Hyperlipidämie (42,2 %), Typ-2-Diabetes (20,1 %), eine eingeschränkte Nierenfunktion (26,6 %) und ein früheres kardiovaskuläres Ereignis (25,3 %).

Im Beobachtungszeitraum verstarben 64 Patienten (9,1 %), in 59 % der Fälle aufgrund vaskulärer Ursachen. Die SMR für Gicht-Patienten betrug 2,37 (alle), 1,57 (nur Männer) und 4,50 (nur Frauen). Das Vorliegen von Tophi und die höchsten Serumharnsäure-Spiegel zu Baseline waren unabhängig mit einer erhöhten Mortalität assoziiert, zusätzlich zu weiteren Faktoren wie dem Alter, der Verordnung von Schleifendiuretika und vorhergehenden vaskulären Ereignissen. In einem multivariaten Regessionsmodell unter Einbeziehung sich im zeitlichen Verlauf ändernder Kovariablen blieb das Vorliegen von Tophi signifikant mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko assoziiert, auch nach Adjustierung auf die Serumharnsäure-Spiegel zu Beginn (Odds ratio, OR 1,98).

Hohe Serumharnsäure-Spiegel und das Vorliegen subkutaner Tophi waren in dieser Analyse mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko bei Gichtpatienten assoziiert, zumeist in Verbindung mit kardiovaskulären Ereignissen. Dies lässt auf einen pathophysiologischen Link zwischen hoher Harnsäure-Gesamtbelastung und kardiovaskulärem Risiko schließen.                                            

Quelle: Ann Rheum Dis 2013; doi:10.1136/annrheumdis-2012-202421