Rheumatoide Arthritis

Einfluss von Seropositivität auf die Effektivität unterschiedlicher Biologika

Ein internationales Expertenteam um Delphine S. Courvoisier, Genf (Schweiz), untersuchte anhand einer Auswertung von 16 Beobachtungsregistern den Einfluss von Seropositivität auf die Effektivität und Retention von Biologika (bDMARDs) bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) in einem Real-World-Setting. Auch wenn frühere Befunde im Wesentlichen bestätigt werden, lohnt sich doch ein Blick auf die Daten aus der klinischen Praxis.

In die gepoolte Analyse über 16 Beobachtungsstudien hinweg gingen 27.583 Patienten mit RA-Diagnose, verfügbarer Information zum RF- und/oder ACPA-Status und neu begonnener Therapie mit Rituximab, Abatacept, Tocilizumab oder TNFa-Inhibitoren ein. 

Das Absetzen eines bDMARDs wurde mittels Cox-Regression analysiert unter Berücksichtigung des individuellen bDMARDs, Seropositivität und deren Interaktion, adjustiert auf begleitende und frühere Therapien sowie Patienten- bzw. Krankheitscharakteristika, und mit Einberechnung von Land und Kalenderjahr der bDMARD-Initiierung. Die Effektivität über die Zeit wurde über den Verlauf des CDAI-Scores bestimmt.

Die Assoziation von Seropositivität mit einem Absetzen differierte signifikant zwischen den bDMARDs (p für Interaktion <0,001). Die adjustierten Hazard ratios für seropositive im Vergleich mit seronegativen Patienten betrugen 1,01 (95% KI 0,95-1,07) für TNFa-Inhibitoren, 0,89 (95% KI 0,78-1,02) für Tocilizumab, 0,80 (95% KI 0,72-0,88) für Abatacept und 0,70 (95% KI 0,59-0,84) für Rituximab. Die adjustierten Differenzen für die bDMARDs in puncto der Raten an Remission und niedriger Krankheitsaktivität gemäß CDAI folgten dem gleichen Muster mit keinem Unterschied für die TNFa-Inhibitoren, einer geringen Differenz bei Tocilizumab, einem größeren Unterschied für Abatacept und der größten Differenz im Falle von Rituximab (Lundex-Differenz +5,9 % für Remission und +11,6 % für eine niedrige Krankheitsaktivität). Seropositivität war somit fast erwartungsgemäß mit einer höheren Effektivität von Nicht-TNF-bDMARDs, insbesondere Rituximab und Abatacept, aber nicht für TNFa-Inhibitoren assoziiert.

Quelle: Rheumatology 2020; doi: 10.1093/rheumatology/keaa393