CD4 T-Zellen im Urin Marker für proliferative LN

Bei SLE-Patienten gehört die Entwicklung einer proliferativen Lupus nephritis (LN) zu den größten Gefahren. Deutsche Rheumatologen um Philipp Enghard von der Berliner Charité haben jetzt in einer Studie die Nutzung von CD4 T-Zellen im Urin als Biomarker einer aktiven LN und als Indikator für ein Therapieansprechen untersucht.

Hierzu wurden CD3/CD4 T-Zellen in 186 Urinproben von 147 SLE-Patienten quantifiziert, wovon 14 weiter nachbeobachtet wurden. Zum Vergleich dienten 31 Patienten mit anderen Nephropathien und 20 gesunde Kontrollpersonen. Bei SLE zeigten sich CD4 T-Zellzahlen ³800/100 ml ausschließlich bei Patienten mit aktiver LN. Eine klare Trennung zwischen SLE-Patienten mit aktiver und nicht-aktiver LN konnte in detaillierten Analysen bestätigt werden (AUC 0,9969). Alle Patienten mit aktuellen Nierenbiopsie-Ergebnissen, die eine proliferative LN auswiesen, hatten hohe CD4 T-Zellzahlen im Urin. Bei Patienten unter einer Therapie der LN diente eine Normalisierung der CD4 T-Zellzahlen im Urin als Indikator einer niedrigen Krankheitsaktivität und besseren Nierenfunktion, ebenso zeigten weiter hohe oder sogar steigende CD4 T-Zellzahlen im Urin einen schlechten Verlauf an. Den Autoren zufolge sind CD4 T-Zellen im Urin somit hochsensitive und spezifische Marker für eine proliferative LN bei SLE-Patienten. Überdies könnte ein Monitoring der CD4 T-Zellen dabei helfen, ein Therapieansprechen oder -versagen zu identifizieren und die Behandlung weiter zu individualisieren.                                                   

Quelle: Ann Rheum Dis 2012; doi:10.1136/annrheumdis-2012-202784