RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Anti-TNF-Therapien: Kein erhöhtes Risiko für Tumorrezidive

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) und anderen Autoimmunerkrankungen wie CED oder Plaque-Psoriasis war die Sicherheit von Anti-TNFα-Therapien im Fall von Tumoren in der Vorgeschichte bislang fraglich. Weitgehend Entwarnung geben nun Akbar K. Waljee, Ann Arbor (USA), und eine internationale Studiengruppe auf Basis einer dänischen, bevölkerungsbasierten Kohortenstudie, die die Entwicklung von Tumorrezidiven und neuen Primärtumoren in diesem Kontext untersuchte.

Eingeschlossen wurden 25.738 Erwachsene ≥18 Jahre mit RA, CED oder Psoriasis und einer primären Krebsdiagnose zwischen Januar 1999 und Dezember 2016. Die Patienten wurden rekrutiert aus dem prospektiven „Danish National Patient Registry“ sowie „Danish Cancer Registry“ und im Verhältnis 1:10 gematcht zwischen 434 Patienten auf Anti-TNFα-Therapien und 4.328 Kontrollen ohne diese Therapieform (je 68 % Frauen). 

Die mit TNFα-Inhibitoren behandelten Patienten waren mit im Mittel 55,4 vs. 63,1 Jahre jünger, häufigster Primärtumor war mit 52 % in beiden Gruppen Hautkrebs. Zum Zeitpunkt der Diagnose der entzündlichen Erkrankung (ca. 56 % RA, 35 % CED, 16 % Psoriasis) waren die Patienten der Anti-TNFα-Gruppe um 6 Jahre jünger, trugen also ein potenziell höheres Risiko für die Entwicklung sekundärer Komplikationen. Ausschlusskriterien waren eine Krebsdiagnose vor der ersten Anti-TNFα-Therapie und neue CED, RA oder Psoriasis nach dem Beginn der Anti-TNF-Therapie. Unter Anwendung von adjustierten Cox-proportionalen Regressionsanalysen wurde das primäre Outcome (Rezidiv oder neuer Primärtumor) bei Patienten auf einer Anti-TNFα-Therapie mit der Kontrollgruppe verglichen, gematcht nach Geschlecht, Erkrankung, Tumorentität und der Zeit zwischen der Krebsdiagnose und ersten Anti-TNFα-Therapie.

Während des Follow-up über median 5,6 Jahre mit 18.752 Personenjahren (PJ) entwickelten 635 Patienten ein Tumorrezidiv oder neuen Primärtumor, darunter 72 unter einer Anti-TNFα-Therapie und 563 in der Kontrollgruppe. Die mediane Zeit zwischen Anti-TNFα-Therapie und Diagnose eines Rezidivs oder de-novo Primärtumors betrug 2,8 Jahre. Die Inzidenz für ein Tumorrezidiv oder neuen Primärtumor betrug 30,3 Fälle (95% KI 24,0–38,2) pro 1.000 PJ in der Anti-TNFα-Therapiegruppe und 34,4 Fälle (95% KI 31,7–37,3) pro 1.000 PJ in der Kontrollgruppe, entsprechend einer adjustierten Hazard ratio von 0,82 (95% KI 0,61–1,11). Somit waren TNFα-Inhibitoren etwa bei RA nicht mit einem erhöhten Risiko für ein Rezidiv oder die Entwicklung eines neuen Primärtumors assoziiert, auch das Timing der Anti-TNFα-Therapie nach der initialen Krebsdiagnose beeinflusste dieses Ergebnis nicht.            

Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2019; doi: 10.1016/S2468-1253(19)30362-0