AXIALE SPONDYLOARTHRITIS

Häufigkeit schwieriger Verläufe im RABBIT-SpA-Register

Kürzlich wurden von der ASAS Definitionen für schwer zu behandelnde (D2M) und therapieresistente (TR) axiale Spondyloarthritis (axSpA) vorgeschlagen. Deutsche Rheumatologen um Anne C. Regierer, Berlin, erkundeten anhand von Daten aus dem laufenden, prospektiven, multizentrischen, longitudinalen deutschen RABBIT-SpA-Register, wie viele Patienten die ASAS-Definitionen erfüllen und charakterisierten diese Patientengruppen zum Zeitpunkt der ersten fortgeschrittenen Therapie.

Eingeschlossen wurden zuvor b/tsDMARD-naive axSpA-Patienten, die neu eine Therapie mit einem b/tsDMARD aufnahmen und für die ein Follow-up über ≥12 Monate vorlag. Die ASAS-Definitionen wurden angewendet, um Fälle von D2M- und TR-axSpA zu identifizieren.

Von 1.850 axSpA-Patienten waren zu Beginn 881 (48 %) b/tsDMARD-naiv. Insgesamt erfüllten 75 Patienten (9 %) die ASAS-Kriterien für eine D2M-, und 22 (3 %) zusätzlich die Kriterien für eine TR-axSpA. Zu Beginn waren D2M-axSpA-Patienten häufiger weiblich, öfter HLA-B27-negativ und zeigten häufiger Arthritis und Enthesitis im Vergleich zu nicht-D2M (nD2M)-axSpA-Patienten. Zudem wiesen sie weniger objektive Entzündungsmarker wie erhöhtes CRP oder MRT-Läsionen auf. Der Opioidgebrauch war bei D2M-axSpA-Patienten höher als bei nD2M-axSpA-Patienten. In der TR- war im Vergleich zur D2M/nTR-axSpA-Gruppe der Anteil weiblicher Patienten und von Patienten mit Adipositas geringer. Schon zu Beginn der ersten b/tsDMARD-Therapie zeigten diese Patienten häufiger objektive Entzündungszeichen, einschließlich sakroiliakaler/spinaler MRT-Läsionen und erhöhtem CRP, während periphere Arthritis seltener auftrat.

Die Anwendung der ASAS-Definitionen in einer großen realen Kohorte identifizierte klinisch relevante Subgruppen mit D2M- und TR-axSpA. Diese Daten bestätigen den klinischen Nutzen und die Notwendigkeit phänotypspezifischer Managementstrategien.

Quelle: Rheumatology 2026; 65(1): keaf641